Samstag, 20. Februar 2010

meine neue stelle im anbu illam


so jetzt bin ich schon fast zwei wochen an meiner neuen stelle hier in vellore. das heim anbu illam, in dem ich fuer die letzten sechs monate wohnen und arbeiten werde, ist fuer kinder bzw. jugendliche mit cerebral palsy. cerebral palsy ist eine behinderung, die entsteht, wenn der koerper bei der geburt zu wenig sauerstoff bekommt. die arten der behinderung sind hier sehr unterschiedlich, manche koennen aufrecht leufen, waehrend andere sich nur durch krabbeln oder mit speziellen geraeten fortbewegen koennen. zudem hat die mehrheit der schueler eine geistige behinderung, was ebenfalls durch den geringen sauerstoff verursacht wurde und haeufig ein sprachproblem.
natuerlich sprechen die kinder, bis auf wenige ausnahmen, kein englisch, was uns die kommunikation nicht gerade erleichtert.
zur zeit leben ca. 80 schueler von ungefaehr 8 bis 20 jahren im anbu illam und werden von insgesamt 25 mitarbeitern betreut, unterrichtet und bekocht. in dem heim ist eine sonderschule untergebracht, in der die meisten schueler, in verschiedenen kleinklassen, unterrichtet werden und ein bisschen englisch lernen, wobei ich mir nicht sicher bin, ob sie verstehen, was die lehrer versuchen ihnen beizubringen.
ausserdem gibt es einen therapieraum, der fuer indische verhaeltnisse echt gutbestueckt ist mit laufband, fahrrad, vielen spielen fuer die fein- und grobmotorik und vieles mehr, und ein sprachtherapieraum, in dem den kindern schritt fuer schritt das sprechen, die lippen- und zungenkoordination beigebracht werden. die methoden sind zum teil ganz lustig aber aeusserst effektiv, um zum beispiel die zungenkoordination zu schulen bekommen die schueler einen kleinen klecks marmelade an die mundwinkel.
als "dritte einrichtung" befindet sich das vocational training im heim, in dem die aelteren schueler aehnlich wie in einer werkstatt praktische dinge lernen und fuer das spaetere leben fit gemacht werden. ansonsten gibt es natuerlich noch ein hostel, in dem die kinder schlafen, essen und in ihrer freizeit spiele spielen.
unsere tage sind ziemlich ausgefuellt. morgens, mittags und abends helfen wir immer das essen verteilen, was echt total spass macht (fast wie in einer kantine =) hier wird auch richtig gut und abwechslungsreich gekocht und so gut wie jeden zweiten tag bekommt das heim essen gesponsort. also kann man sich hier aufgrund des essens echt nicht beschweren. wir durften sogar mal beim kochen helfen =)
ansonsten verbringen wir die tage abwechselnd in der schule, der therapie, der werkstatt oder helfen den mitarbeitern bei den aufgaben im hostel. momentan finde ich es hier echt schoen, ich befuerchte aber, dass es mich irgendwann nerven koennte, die kinder rund um die uhr um mich zu haben. auser unserem zimmer haben wir leider keine rueckzugsmoeglichkeit und da wir auch im hostel wohnen, ist es sehr schwer arbeit und freizeit voneinander zu trennen. ich habe das gefuehl, es wird auch von uns verlangt, stets fuer die kinder da zu sein und unsere zeit mit ihnen zu verbringen.
momentan fuehle ich mich auch noch etwas wie in einem goldenen kaefig. da wir hier die ersten freiwilligen sind, wird besonders gut auf uns acht gegeben und der manager meinte gleich zu beginn, dass wir das heim nicht ohne begleitung verlassen duerfen.
wie dem auch sei, ich hoffe und denke, dass sich alles gut entwickelt =)

1 Kommentar:

  1. Hallihallo,
    wir sind hier fleißig dabei deine Liste abzuarbeiten und besorgen nach und nach die ganzen Sachen, die wir dir dann in zwei Wochen mitbringen.
    Wir hoffen, dass sich dein Bauch schon ein wenig erholt hat und wenn du dann morgen die Magenspiegelung (oder was bekommst du gemacht??) kriegst, ist hoffentlich auch die ganze Prozedur mit Tabletten und Schmerzen vorbei.
    Ich hab heute Schule frei, weil die "Großen" ja mündliches Abitur haben und sitze jetzt hier gemütlich am Frühstückstisch und denke ganz arg an dich!
    Also dann, lass es dir gut gehen
    Bis in ein paar Tagen :)
    deine Lena

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